Von französischen Kindern und Müttern

Es gibt ja solche Bücher, über die auf einmal alle sprechen. Unter den Müttern, die wir kennen, war das in letzter Zeit das Buch mit dem vielversprechenden Titel “Warum französische Kinder keine Nervensägen sind”. Da wir nach dem Abi selbst ein Jahr lang als Au-Pair-Mädchen in Paris gelebt haben, wissen wir, dass das nicht ganz stimmt und auch französische Kinder Nervensägen sein können, aber wir wissen auch, dass Franzosen ein paar entscheidende Dinge in der Erziehung anders machen als wir. Umso gespannter waren wir auf die Beobachtungen der Autorin Pamela Druckerman. Sie ist dreifache Mutter und lebt in Paris.
Es wird eindrucksvoll beschrieben, wie gut das Kita-Modell in Frankreich funktioniert. Wir wurden etwas neidisch als wir von ausgeklügelten 5-Gänge-Menüs für die Kleinsten lasen. Die Autorin lobt die gute (schul-)medizinische Versorgung und den schnellen beruflichen Wiedereinstieg der Mütter drei Monate nach der Geburt. Etwas übertrieben finden wir die Passagen, in denen es um die schlanke Linie geht, die bei Französinnen nach drei Monaten ebenfalls wieder vorhanden sein soll. Denn der tolle Ratschlag “kein Brot” zu essen ist nicht besonders schlau und während der Schwangerschaft nicht reinzuhauen sogar gefährlich für Mutter und Kind. Auch über die in Frankreich doch oftmals recht autoritäre Erziehung kann man sich streiten zumal dort ein Klaps fürs Kind noch nicht wie bei uns unter Strafe steht und bei vielen auch praktiziert wird. Aber ein paar Lehren kann man durchaus aus dem Buch ziehen. Für uns sind es die folgenden: 1. Kein schlechtes Gewissen haben. Egal, was man tut (arbeiten, nicht arbeiten, Kita, keine Kita) 2. Nicht nur Mutter sein, sondern Frau bleiben. 3. Sich als Paar Freiräume schaffen.

P. S. 5-Gänge Menüs kochen wir seit unserer Zeit in Frankreich auch gerne – die letzten Gänge können ja ruhig Obst und Joghurt sein.

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